Archive for the ‘Good bye Schweinehund!’ Category

“Good bye Schweinehund” - Woche 4+5

Montag, Februar 4th, 2008

Ich kann es nicht anders ausdrücken. Dass Woche 4-5 nun hier in einem Schwung Platz finden, ist wohl einfach der wahnsinnig schnell verfliegenden Zeit zu verdanken. Aber eins ist ja auch viel wichtiger: Die Zeit zu laufen war da - eine Frage der Ehre! Und was soll ich sagen? Ja, auch in Woche 4+5 wurde der Streakrunning-Selbsttest erfolgreich fortgesetzt. Und zwar mit allen Optionen, denn bspw. wettertechnisch war alles dabei, von eisiger Kälte über matschige 15 Grad.

Woche 4 hat wirklich angestrengt. Kaum mal eine Minute zum Durchatmen. Das coach dogs-Team ist in Messevorbereitungen und hat quasi minütlich das Gefühl, etwas Wichtiges vergessen zu haben. Und mitunter stellt man fest, dass das Gefühl einen nicht trügt. Nun, und so wurde die Woche 4 lauftechnisch eher anstrengend, da beim Laufen nicht das ersehnte Leichtlauf-ich-will-immer-weiter-Gefühl eintrat sonder vielmehr das Ich-kann-mir-das-jetzt-gar-nicht-leisten-Gefühl. Also raus, schnelle Runde und ab an den Schreibtisch.

Vielleicht wars auch gar nicht nur die Arbeit sondern das berühmte “Plateauing”. Man merkt, dass man einfach nicht weiter kommt. Und so habe ich entschieden, mal einen Tag “Streakwalking” (nein, nicht schummeln - in Jogging-Outfit mit kleinen Kurzetappen im Laufschritt dazwischen), einzulegen. Und siehe da, das mit der Regeneration ist doch nicht so unklug (ja, ja, verstanden!).

Die Woche 5 war einfach - ein Hochgefühl! Meine gute Laune muss sich wohl positiv auf die kleinen Schweinehunde ausgewirkt haben, denn diese haben sich im Feld nicht einen Meter von mir entfernt. Einfach nur Freude! Und nach jetzt knapp einem Monat kommt nun schon wieder ein wenig das “Will-raus-Gefühl”, was den inneren Schweinehund ziemlich alt aussehen lässt. Ja, ich will raus. Nach ein paar Metern Einlaufen, läuft´s wie von selbst. Gerade die eisigen Morgende, wenn überm Feld die rote Wintersonne erscheint, lassen erahnen, dass viel nicht mehr schief gehen kann, wenn der Tag so beginnt. Und genau so ist es dann auch.

Und dann: vor zwei Tagen endlich wieder mal ein langer schönen Lauf mit guten Gedanken, schön locker und ohne Zeitdruck. Wunderbar! Und gleich wird auch alles viel klarer. Das Mehr an Sauerstoff macht sich bemerkbar beim Schreiben (!), Texten, Ideen entwickeln. Und ich muss wieder einmal sagen: Es lohnt sich, sich zu überwinden. Einmal den Schweinehund überlistet, so wird aus dem anfänglichen Kampf ein morgendliches Wellness-Erlebnis erster Klasse.

Die Woche 6 hat genau so heute morgen begonnen. Eigentlich wenig Zeit, wurde aus der ursprünglich geplanten Kurzrunde dann doch eine lange. Und siehe da: Der Rest des Tages lief wie am Schnürchen. Das Mehr an Zeit für den Lauf habe ich 3 x wieder reingeholt durch schnelleres Denken und Anpacken. Und die gute Laune als Nebeneffekt ist auch nicht gerade hinderlich fürs Geschäft.

Da bin ich selbst mal gespannt, wie es die Woche weitergeht, denn heute ist bereits Montag. Am kommenden Sonntag gibts dann wieder mehr von zwei- und vierbeinigen Streakrunnern.

Motivierte Schweinehund-Grüsse,
Patricia Elfert

“Good bye Schweinehund” - Woche 3

Sonntag, Januar 20th, 2008

Woche 3 bestanden! Jawohl, jeden Tag gelaufen. Meist morgens. Nur zweimal Abends. Habe noch einmal festgestellt, dass es mir morgens schwerer fällt, die müden Knochen in Gang zu bringen als Abends. Allerdings - einmal eingelaufen, dann ist es wunderbar. Sehr unterschiedliches Wetter diese Woche und sehr unterschiedliche Stimmung, da eine Woche vieler wichtiger Entscheidungen und Überlegungen - aber das wird jetzt zu privat. Was aber wichtig ist: Ich kann nochmal bestätigten. Gerade wenn wichtige Entscheidungen anstehen, wenn man seine Gehirnzellen vollzählig benötigt, ist laufen ein Wundermittel. Das hat diese Woche sogar den Schweinehund überzeugt, der sich merklich zurückgehalten hat. Und das hat mich dann gleich so ausgeglichen gemacht, dass auch meine schweinehundigen Begleiter sich mehr als vorbildlich benommen haben. Keine wilden Hasenjagden, kein wildes Gebell beim Anblick anderer Schweinehunde. Brave Begleiter!

Eine Herausforderung gab es. Gestern waren wir in Hamburg, was immerhin eine 420km Fahrt ist. Früh los und spät zurück. Wieder in Lich angekommen sind wir fast gegen Mitternacht. Kalt wars nicht aber der ganze Tag glänzte mit Dauerregen. So auch bei Ankunft. Es half nichts: Checheni und ich mussten raus. Nun, was ein echter Streakrunner ist, der läuft auch nachts (das ist richtige Motivation, was?). Gesagt und dann doch und wirklich getan: Checheni und ich also raus in die Nacht. Vorfreude ist was anderes. Aber dann: Was soll ich sagen? Ein wunderbarer Nachtlauf. Wir kamen wieder. Durch und durch nass aber glücklich. Geschafft! Belohnt haben wir uns mit laaaaaaaange Schlafen heute morgen und einem gemütlichen Nachmittagsläufchen.

Nun, vielleicht sind einige Tips an dieser Stelle hilfreich. Schließlich können wir ja bereits aus einem reichen 3-wöchigen Erfahrungsschatz schöpfen:

Warum Streakrunning?

Es ist ein Committment an sich selbst. Und wer belügt sich schon gerne selbst (selber schuld!). Es gibt keine Schlupflöcher. Die Regel ist einfach: Jeden Tag!

Es gibt keine Zwang, eine bestimmte Strecke, km-Zahl, Geschwindigkeit zu laufen. Und die minimalen 1,6 km sind wirklich für jede/n zu schaffen.

Ach ja, was ist mit dem normalerweise in allen Trainingsplänen empfohlenen Trainingspausen-Tag? Ganz einfach: Der dient nicht mehr als Ausrede! Plötzlich gibt es mehr Trainingspausen-Tage als Training. Die sind ja wichtig für die Regeneration. Haben wir alle gelernt. Leute, keine Ausreden!!!
1,6km sehr, sehr langsam fast im Schritttempo sind in meinen persönlichen Streakrunning-Regularien erlaubt. Und das ist pure Regeneration an der frischen Luft. Bedingung: Man schmeißt sich vorher in die Laufklamotten - sonst ist es ein Spaziergang! Es geht einfach darum: Man macht es!

Was auch noch hilft: Ein kleines “Schweinehund-Tagebuch”. Einfach kurz jeden Tag notieren, dass man draußen war, vielleicht auch wie lange und wo, wie man sich gefühlt hat. Wars schwer oder leicht etc.? Man muss dafür nicht extra den “Mit den Schafen von Glennkill durch das Jahr Taschenkalender kaufen” - kann man aber.

Und das wichtigste: Mal in sich hineinfühlen, wie es sich anfühlt, den kleinen Stinker da, der keinen Regen mag und Bewegung jetzt vor dem wichtigen Termin schon gar nicht, der sich wehrt, Ausreden sucht, rumbockt und heult jeden Tag ein wenig leichter zu ignorieren und/oder ihn gleich mit zu motivieren.

Ja, genau. Motivieren Sie andere Schweinehunde. Das macht dann - wie bei allem anderen auch - gleich doppelt Spaß.

Schweinehund-Grüsse für die nächste aufregende Woche,
Patricia

“Good bye Schweinehund” - Woche 2

Dienstag, Januar 15th, 2008

Good bye Schweinehund scheint ein gutes Motto zu sein. Woche 2 Schweinehund besiegt. Ja, das sage ich nicht ohne einen gewissen Stolz, denn das Wetter und zahlreiche Autofahrten, Termine und abendliche Dunkelheit hätten so manche Ausrede plausibel gemacht. Nach bspw. anstrengendem Tag, der wieder einmal länger wurde als geplant, dann vor der Ruhephase noch schnell die Laufschuhe an, großen Schweinehund Checheni an die Abendleine (mit Leuchtis) und ab raus in die dunkle Kälte. Und, was soll ich sagen? Es war grandios. Zwei Abende habe ich das so praktizieren müssen, da morgens aufgrund einiger Termine einfach zu wenig Luft war, und es war - wunderbar! Einmal eingelaufen, kamen die besten Gedanken, das Tagesresumé, die Idee für morgen usw. Es lief sich auch leichter als in der morgendlichen Kälte. Körper und Geist waren wohl vom Tagewerk besser eingestimmt auf Bewegung, und so waren es gewiss einige Meter mehr als die 1,6 “muss”-km, wenn auch nicht gerade Mini-Marathons.

Am Wochenende dann die Morgenläufe mit kleinem Schweinehund Funny. Mal abgesehen von einigen Unterbrechungen dank versammelter Hasen und der darauf folgenden Interventionsmaßnahmen (Jagd-Schweinehund Funny!), waren auch diese Erlebnisse, weit entfernt von Zwang oder schwerer Mühe. Lockere Läufe, die prima Lust auf Frühstück gemacht haben. Aber mal wirklich ganz ehrlich: Natürlich hat Schweinehund in den ersten Minuten vor endgültigem Aufraffen immer noch das Ruder fest in der Hand. Ohne die kleinen Siege geht gar nichts. Über die Schwelle muss ich nach wie vor. Aber ohne “Streakrunning” hätte ich schlechte Karten - garantiert. Denn jetzt lass ich ja nicht einfach einmal alles hinten über kippen, nein, jetzt fürchte ich, da zu stehen und dieses allerkleinste Vorhaben von 1,6 km gekippt zu haben - endgültig. Einmal gekippt und Aus für 2008. Eine Schmach, oder?

Und so? Voll stolz präsentiere ich die schweinehundbesiegte Woche 2 und habe für Woche 3, die heute begann bereits heute morgen vorgelegt, in eisiger Kälte, Wind, mit schon viel leichteren Knochen und - Schweinehund-Guter-Laune! Na, wenn das kein guter Anfang ist????

Schweinehund-Grüsse bis nächste Woche,
Patricia

“Good bye Schweinehund” - Woche 1

Donnerstag, Januar 10th, 2008

Zunächst dachte ich, das macht gar keinen Sinn, meine wieder erwachte Laufleidenschaft in diesen coach dogs Blog zu setzen, aber dann kam alles anders, und zwar mit der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Runner´s World. Schon früher habe ich die (übrigens mit neuem Layout und freischer Aufmachung jetzt noch interessanter gewordenen) Fachlektüre für Bewegungsfreudige öfter gelesen, primär, um mich wieder einmal zu motivieren, den Körper in Schwung zu bringen.

Das ist wichtig bei mir, denn ich gehöre zu den Menschen, die durch körperliche Bewegung nicht nur den Körper sondern ebenso den Geist in Form bringen. Mein Gehirn braucht einfach Bewegung und meldet sich nach dem kleinsten Trainingslauf mit Lösungen lang durchgegrübelter Probleme, Antworten auf brennende Fragen oder einfach guten Ideen. Ja, es könnte so einfach sein. Schuhe und Laufsachen an und ab geht´s - wäre da nicht, na wer wohl? Der Schweinehund. Und was soll ich sagen? Ich habe gleich 3 davon wobei einer sich die Rolle des Chef-Schweinehundes zu eigen gemacht hat und diese perfekt auslebt - vor allem jetzt gerade - im Winter!

Chef-Schweinehund Checheni und seines Zeichens Rhodesian Ridgeback, hat es sich zur Passion gemacht, lange zu schlafen. Draussen kalt und nass = Streik. Und tragen Sie mal einen 40 kg Schweinehund bei Regen vor die Türe! Aber wie schon geschrieben, ab dieser Woche ist alles anders.

Dank Runner´s World bin ich seit Samstag letzter Woche ein “Streakrunner”, ein Serienläufer. Laufen in Serie halt, also jeden Tag. Streakrunner darf sich nennen, wer ein Jahr lang jeden Tag läuft. Und zwar mindestens eine Meile = ca. 1,6 km. Wow! (Wer mich kennt, weiß, dass ich Tom Peters Fan bin, und der spricht immer von Wow!-Projekten). Ich erkenne. Das ist es! Mein Wow!-Projekt. Seit genau 5 Tagen (juhu! Ich habe SOFORT angefangen. Direkt. Nicht morgen oder irgendwann, nein SOFORT) gibt es keine Ausreden mehr. Ich muss ja nur 1,6 km. Das ist von zu Hause aus bei Lidl um die Ecke, dann an den Pferdeställen rechts und immer geradeaus durch die Felder, dann am Bahnhof vorbei und wieder zurück. Das war´s! Das schafft jeder Schweinehund! Auch meiner nach anfänglichem Zögern und dem Hervorziehen der besten Leckerchen auf der Welt, die es leider nur draussen gibt - auch bei Regen!

Und das Beste: Sind Schweinehund und ich erst einmal draussen, laufen wir zwar am Bahnhof vorbei, aber dann einfach weiter. Freiwillig! Und unter 4km sind wir selten zurück. Denn mal unter uns: Es ist ja im Grunde nur der Anfang, das Aufraffen gerade jetzt im Winter im Nebel und Nieselregen. Schweinehundewetter eben.

Aber aufgeben? Wo doch schon einmal 5 Tage geschafft sind (was sage ich nach 30 oder 136 oder 265 Tagen)? Kommt nicht in Frage. Das ziehen wir durch, Schweinehund und ich. Komme was wolle.Eins ist klar: Streakrunning macht stolz. Nicht nur 42,irgendwieviele Kilometer. Der kleine Triumpf dafür jeden Tag. Wow! Warum hat das eigentlich keiner geschrieben in der Runner´s World?

Good bye Schweinehund ist der Beginn einer wundervollen Gewohnheit, über die ich ab jetzt jeden Sonntag berichte. Genau hier! Und wehe, jemand erwischt mich beim Schummeln. Kommt nicht in Frage!

Liebe Grüsse an den Schweinehund, Patricia