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“Good bye Schweinehund” - Woche 3

Sonntag, Januar 20th, 2008

Woche 3 bestanden! Jawohl, jeden Tag gelaufen. Meist morgens. Nur zweimal Abends. Habe noch einmal festgestellt, dass es mir morgens schwerer fällt, die müden Knochen in Gang zu bringen als Abends. Allerdings - einmal eingelaufen, dann ist es wunderbar. Sehr unterschiedliches Wetter diese Woche und sehr unterschiedliche Stimmung, da eine Woche vieler wichtiger Entscheidungen und Überlegungen - aber das wird jetzt zu privat. Was aber wichtig ist: Ich kann nochmal bestätigten. Gerade wenn wichtige Entscheidungen anstehen, wenn man seine Gehirnzellen vollzählig benötigt, ist laufen ein Wundermittel. Das hat diese Woche sogar den Schweinehund überzeugt, der sich merklich zurückgehalten hat. Und das hat mich dann gleich so ausgeglichen gemacht, dass auch meine schweinehundigen Begleiter sich mehr als vorbildlich benommen haben. Keine wilden Hasenjagden, kein wildes Gebell beim Anblick anderer Schweinehunde. Brave Begleiter!

Eine Herausforderung gab es. Gestern waren wir in Hamburg, was immerhin eine 420km Fahrt ist. Früh los und spät zurück. Wieder in Lich angekommen sind wir fast gegen Mitternacht. Kalt wars nicht aber der ganze Tag glänzte mit Dauerregen. So auch bei Ankunft. Es half nichts: Checheni und ich mussten raus. Nun, was ein echter Streakrunner ist, der läuft auch nachts (das ist richtige Motivation, was?). Gesagt und dann doch und wirklich getan: Checheni und ich also raus in die Nacht. Vorfreude ist was anderes. Aber dann: Was soll ich sagen? Ein wunderbarer Nachtlauf. Wir kamen wieder. Durch und durch nass aber glücklich. Geschafft! Belohnt haben wir uns mit laaaaaaaange Schlafen heute morgen und einem gemütlichen Nachmittagsläufchen.

Nun, vielleicht sind einige Tips an dieser Stelle hilfreich. Schließlich können wir ja bereits aus einem reichen 3-wöchigen Erfahrungsschatz schöpfen:

Warum Streakrunning?

Es ist ein Committment an sich selbst. Und wer belügt sich schon gerne selbst (selber schuld!). Es gibt keine Schlupflöcher. Die Regel ist einfach: Jeden Tag!

Es gibt keine Zwang, eine bestimmte Strecke, km-Zahl, Geschwindigkeit zu laufen. Und die minimalen 1,6 km sind wirklich für jede/n zu schaffen.

Ach ja, was ist mit dem normalerweise in allen Trainingsplänen empfohlenen Trainingspausen-Tag? Ganz einfach: Der dient nicht mehr als Ausrede! Plötzlich gibt es mehr Trainingspausen-Tage als Training. Die sind ja wichtig für die Regeneration. Haben wir alle gelernt. Leute, keine Ausreden!!!
1,6km sehr, sehr langsam fast im Schritttempo sind in meinen persönlichen Streakrunning-Regularien erlaubt. Und das ist pure Regeneration an der frischen Luft. Bedingung: Man schmeißt sich vorher in die Laufklamotten - sonst ist es ein Spaziergang! Es geht einfach darum: Man macht es!

Was auch noch hilft: Ein kleines “Schweinehund-Tagebuch”. Einfach kurz jeden Tag notieren, dass man draußen war, vielleicht auch wie lange und wo, wie man sich gefühlt hat. Wars schwer oder leicht etc.? Man muss dafür nicht extra den “Mit den Schafen von Glennkill durch das Jahr Taschenkalender kaufen” - kann man aber.

Und das wichtigste: Mal in sich hineinfühlen, wie es sich anfühlt, den kleinen Stinker da, der keinen Regen mag und Bewegung jetzt vor dem wichtigen Termin schon gar nicht, der sich wehrt, Ausreden sucht, rumbockt und heult jeden Tag ein wenig leichter zu ignorieren und/oder ihn gleich mit zu motivieren.

Ja, genau. Motivieren Sie andere Schweinehunde. Das macht dann - wie bei allem anderen auch - gleich doppelt Spaß.

Schweinehund-Grüsse für die nächste aufregende Woche,
Patricia