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“I love what I do” - Tag 10

Dienstag, Dezember 11th, 2007

Der Tag ging unglaublich schnell um. Viel im Büro zu tun. Die stille besinnliche Adventszeit ist nicht mehr so wirklich still. Überall ist doch noch sehr viel zu tun zum Jahresende. Und “I love what I do” zieht erste Kreise. Prima!  

Wo irgendwie Zeit ist, leisten wir Überzeugungsarbeit. Wir überlegen, ob es nur die Freiberufler sind, die ihr leidenschaftliches Engagement einmal zeigen möchten oder ob es auch Menschen gibt, die in großen Konzernen arbeiten und dies mit vollem Einsatz wirklich gerne tun.Ich erinnere mich an einen Ausspruch einer Kundin, die mir im Coaching erklärte, man dürfe in ihrem Unternehmen nicht zu deutlich zeigen, dass man zufrieden, ausgeglichen - ganz zu schweigen von glücklich - sei. Schon die kleinste Andeutung eines solchen Status führe zu der Annahme, dass man sich ggf. nicht genügend “schindet” fürs Unternehmen. Hallo?

Während meiner langen Jahre bei HP habe ich beide Seiten erlebt: Passioniertes Anpacken, Kreativität, Teamgeist und so etwas wie einen “Spirit” - ja, ich glaube, das ist das richtige Wort - der sich in Teams zeigt, wenn es wirklich um etwas geht. Dann bleiben alle auf dem Boden und haben ein gemeinsames Ziel vor Augen. Jeder weiss, was zu tun ist und packt mit an. In späteren Phasen, insbesondere zur Zeit der “New Economy Luftblase” erlebte ich dann auch den Verlust einer gemeinsamen Identität. Alles wurde plötzlich zum Spiel, und jeder spielte allein, meist mit Aktien. Plötzlich wurde überall spekuliert. Die Welt war voller Vorstände, die zum grössten Teil businessangelfinanzierte 3-Mann-Unternehmen regierten, die jede realistische Einschätzung von Marktchancen und - entwicklungen schon längst über dem Blick auf die Börsenkurse verloren hatten.

Die Realität hat sie eingeholt. Und heute ist ein sehr guter, neuer Trend zu erkennen, auf den wir ja genau mit “I love what I do” hinweisen möchten.

Gründern geht es nicht mehr nur darum, “abzusahnen” und Angestellten nicht mehr nur darum, ihren vertraglich vereinbarten “Dienst” zu leisten oder im Gegenteil, sich krank zu schuften.

Unser Eindruck ist: Die Menschen möchten wieder erkennen, dass ihr Beitrag zählt. Sie möchten etwas leisten und zu etwas beitragen, was von Bedeutung ist. Das Bewusstsein für nachhaltiges Verhalten ist gestärkt. Auch das Gemeinschaftsdenken. Corporate Social Responsibility ist in aller Munde. Es tut gut, Gutes zu tun.

Auf die Frage an eine völlig überarbeitete Krankenschwester, warum sie denn nicht mal Pause macht, sie bekäme ja eh nicht mehr für jede weitere Stunde, hatte sie nur ein müdes Lächeln. Natürlich bekäme sie mehr - von jedem einzelnen Patienten, der sie jetzt noch brauche. N A C H D E N K E N erlaubt!

Wir sind gespannt, wie grössere Unternehmen unsere Initiative annehmen. Mit einigen mittleren und großen Unternehmen, teils Kunden teils Unternehmen, zu denen wir bisher keinen Kontakt hatten, haben wir heute gesprochen oder gemailt. Die Ansprechpartner sind meist positiv überrascht, wenn sie von “I love what I do” hören, meist offen, sich damit auseinanderzusetzen. Ob und wie sie sich engagieren, werden wir erleben …. und natürlich berichten.

Lieben Gruss, Patricia